Andreaskreuz

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{{Mehrere Bilder

| Fußzeile = Andreaskreuz und Martyrium des Heiligen Andreas

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| Bild1 = Saint Andrew's cross.svg

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Das Andreaskreuz ({{laS|crux decussata}} Kreuz in X-Form oder Kreuz in Form einer römischen Zehn, von {{laS|decussare}} in Gestalt eines X oder kreuzweise abteilenKarl Ernst Georges, Ausführliches lateinisch–deutsches Handwörterbuch, Band 2, Spalte 1937) ist ein Kreuz mit zwei diagonal verlaufenden sich kreuzenden Balken. Man nennt es nach der Haltevorrichtung auch Schragenkreuz. Besteht das Kreuz aus schräg gestellten Balken (auch verschieden langen), wird auch der Begriff SchrägkreuzMeyers Großes Konversations-Lexikon 1905 – Begriff Andreaskreuz verwendet. Dieses Kreuz findet man oft an Bahnübergängen.



Der Name verweist auf den Apostel Andreas, der an einem solchen Kreuz als Märtyrer gestorben sein soll, wie Berichte aus dem 4. Jahrhundert nahelegen. Das Diagonalkreuz ist daher zum Attribut dieses Apostels geworden und fand in der Religion und speziell in der spätmittelalterlich christlichen Ikonographie seinen Niederschlag. Ursprünglich Symbol der gekreuzten Hölzer des Feueropferaltars, ist es etwa auch in Darstellungen der Opferung Isaaks zu finden.Gerd Heinz-Mohr: Lexikon der Symbole. Bilder und Zeichen der christlichen Kunst, S. 177. Eugen Diederichs Verlag, München, Neuausg. 1998, ISBN 3-424-01420-6. Enthalten ist in ihm auch der griechische Buchstabe Chi (Χ) als Symbol für Christus, wie etwa im Christusmonogramm. Vor allem in frühchristlicher Zeit wurde das Andreaskreuz denn auch häufig für den Namen Christi z. B. als Erkennungszeichen verwendet.Brockhaus Enzyklopädie, 19. Aufl. 1987, Bd. 1, S. 559, Bd. 4, S. 562; Encyclopedia Britannica, 15. Aufl. 1993, Bd. 1, S. 391.



Bildergalerie



Andreas.jpg|Apostel Andreas

1631 Patagon.JPG|Andreaskreuz als Erkennungszeichen der Albertustaler

Timber framing Saltire.jpg|Fachwerkbau: Andreaskreuz im Fachwerk.

Hazard X.svg|Chemie: Andreaskreuz als Gefahrensymbol.

Croix carliste.svg|Nationales und politisches Symbol: Carlistenkreuz.

Flag of Scotland.svg|Nationales und politisches Symbol: Flagge Schottlands.

Flag of the United Kingdom.svg|Nationales und politisches Symbol zusammen mit weiteren entsprechenden Symbolen (St.-Patricks-Kreuz, Georgskreuz) in eine Flagge integriert: Union Jack.

Flag of Jersey.svg|Andreaskreuz (als St.-Patricks-Kreuz) in der Flagge Jerseys

ROA chevron.svg|Andreaskreuz auf dem Abzeichen der Russischen Befreiungsarmee

Naval Ensign of Russia.svg|Andreaskreuz in der Flagge der russischen Marine

Bahnübergang-de.jpg|Verkehrszeichen: unbeschrankter Bahnübergang mit Andreaskreuz.

Roundel of Bulgaria (1941-1944).svg|Bulgarische Luftwaffe 1938–1944

Flag of the Basque Country.svg|Andreaskreuz in der Ikurriña, der Baskischen Flagge

North Virginia Third Bunting.svg|Andreaskreuz in den Kriegsflaggen der Konföderierten Staaten von Amerika

Flag of Amsterdam.svg|Andreaskreuze in der Flagge Amsterdams

Flag of Tenerife.svg|Andreaskreuz in der Flagge Teneriffas

Flag of Nova Scotia.svg|Andreaskreuz in der Flagge Nova Scotias

Bandeira da cidade do Rio de Janeiro.svg|Stadt Rio de Janeiro

Bandeira de Fortaleza.svg|Stadt Fortaleza

Wendland X.JPG|Ein gelbes X an einer Hauswand im Wendland als Wahrzeichen der Anti-Atomkraft-Bewegung





Fachwerkbau

mini|Zwei geschweifte Andreaskreuze neben einer Heiligen[[Mauernische|nische (Mitte)]]

Das Andreaskreuz ist eines der Grundprinzipien in Fachwerkkonstruktionen: In Konstruktionen aus einzelnen Stäben mit gelenkigen Verbindungen müssen rechteckige Formen durch schräge Stäbe ausgesteift werden, damit sie sich nicht verformen können. Wenn die aussteifenden Bauteile nur Zugkräfte aufnehmen können (z. B. Stahlseile) oder nur Druckkräfte (z. B. traditionell verbundene Holzbalken), dann können durch eine Aussteifung in Form des Andreaskreuzes alle Horizontalkräfte in der Ebene des Elementes aufgenommen werden.



Im Fachwerk eines Fachwerkhauses ist das Andreaskreuz außerdem eine Schmuckform, die nur sekundär oder gar nicht zur Aussteifung des Gebäudes benötigt wird. Sie befindet sich häufig in Brüstungsgefachen unterhalb der Fenster der oberen Stockwerke und wurde auch mit geschweiften Balken ausgeführt, dann wird sie auch als Feuerbock bezeichnet. Hauptsächlich in Fachwerkhäusern des 19. Jahrhunderts wurden auch geschosshohe Gefache mit Andreaskreuzen in hoher gestreckter Form ausgeführt.

Andreaskreuze als BrÃŒstungsgefache kombiniert mit Lisenen und Kapitellen<br />

Auch zur Kennzeichnung der sogenannten Aufzählung der Bauhölzer (Zimmermannszeichen) im Fachwerksbau werden Andreaskreuze benutzt. Hier sind sie als Zahl zehn des Römischen Zahlensystems verbreitet.Tabellenbuch für das Bau- und Holzgewerbe, Fachbuchverlag GmbH Leipzig, 1951



Gefahrensymbol

In der Chemie symbolisierte das Andreaskreuz bis zur Umstellung auf das GHS das Gefahrensymbol für reizende (Xi) oder gesundheitsschädliche (Xn) Stoffe.



Im Bergbau weisen Andreaskreuze auf die von Altmännern ausgehenden Gefahren hin.



Im Wendland, in jüngster Zeit aber auch darüber hinaus, wurde ein gelbes Andreaskreuz zum Symbol der Anti-Atomkraft-Bewegung. Oft sind die teilweise mehrere Meter hohen Balken- oder Bretterkreuze weithin sichtbar (Siehe Bildergalerie).



Auf der Insel Fehmarn wird mit blauen Andreaskreuzen - nach dem Vorbild der gelben Anti-Atomkraft-Kreuze - gegen den geplanten Tunnel zwischen Fehmarn und Dänemark und die damit verbundenen Eingriffe in die Natur und vermeintliche negativen Auswirkungen auf den Tourismus demonstriert.http://beltretter.de

I



Fahnen und Wappen

{{Anker|schragenweise}}

In der Wappenkunde wird das Andreaskreuz auch Schragen bzw. Schragenkreuz genannt. Die kreuzweise angeordneten gemeinen Figuren liegen dann schragenweise (auch schragenförmig) oder schräggekreuzt. Das Kreuz kann auch als Heroldsbild im Wappen vorkommen und folgt der möglichen Darstellung von Kreuzen. Ein älterer heraldischer Ausdruck ist Schildzehner in Anlehnung an die römische Zehn (X), die die Form des Andreaskreuzes widerspiegelt. In einer schmalen und kleineren Ausführung verwendet der Heraldiker den französischen Begriff flanchis.



Prominente Verwendung:

    * Das Kreuz ist nationales Symbol in der Flagge Schottlands und als dieses auch in die britische Nationalflagge, den Union Jack, eingegangen.

    * Außerdem ist das Andreaskreuz als traditionelles orthodoxes Symbol Teil der (ebenfalls blau-weißen) imperialen Flagge Russlands geworden.



Burgunderkreuz

Burgunderkreuz<br />

Eine Abwandlung ist das so genannte Burgundische Andreaskreuz. Es ist in der Heraldik auch als Burgunderkreuz verbreitet. Hierbei handelt es sich um die mehr oder weniger stilisierte Darstellung zweier gekreuzter, nur roh zugeschnittener Äste. Das rote Andreaskreuz (in Spanien auch Cruz de Borgoña genannt) wurde in dieser Form unter Philipp dem Schönen im Jahre 1506 nach seiner Heirat mit Königin Johanna von Kastilien zur spanischen Kriegsflagge und ist es bis 1843 geblieben. Bis heute ist es das Symbol der carlistischen Bewegung und Teil des Wappens von König Juan Carlos I. von Spanien.





Flag of the Tercios Morados Viejos.svg|23px Flagge von Tercios Morados Viejos.

Tercio - Morados Viejos.svg|Flagge von Tercios Morados Viejos (1670).

Burgundy merchant 1762.svg|23px Spanische Handelsflagge, abgeschafft 1762.

Burgundy merchant flanders.svg|23px Spanische Handelsflagge, in Flandern verwendet.

Tercio - Spínola.svg|23px Flagge von Tercio de Ambrogio Spinola bis 1621.

Tercio - Alburquerque.svg|23px Flagge von Tercio de Alburquerque.

Tercio - Amarillos Viejos.svg|23px Flagge von Tercios de los Amarillos Viejos (1680).

Tercio - Liga.svg|23px Flagge von Tercios de la Liga, bis 1571.

Flag of Florida.svg|Flagge von Florida (USA).

Flag of Alabama.svg|Flagge von Alabama (USA).

Slag om Grolle 2008-3 - De Spaanse vlag wappert aan de Calixtuskerk in Groenlo in 1627.jpg|Die spanische Flagge an der Calixtuskirche in Groenlo

Flag of Logroño.svg|Logroño, Spanien.

Pendonfuenterr.gif|Fuenterrabía u Hondarribia, Spanien.





Münzen

mini|Braunschweig-Lüneburg, Andreastaler 1688, [[Clausthal-Zellerfeld|Clausthal]]

Das Andreaskreuz kommt bei den sogenannten Andreasmünzen zusammen mit dem Bild des Apostel Andreas auf Münzen von Brabant, Braunschweig, Hohnstein, Russland, Schottland usw. vor. Andreasmünzen gab es als Goldgulden, das sind von 1467 bis 1489 geprägte Brabanter Goldgulden. Die ersten Andreastaler sind Hohnsteinsche von 1535 aus dem Silber der Andreasgrube im Harz. Seit 1594 prägten die Herzöge von Lüneburg und die Kurfürsten von Hannover bis 1773 Andreastaler. Seit Peter I. gibt es russische Andreasdukaten zu zwei Rubeln.Heinz Fengler, Gerd Gierow, Willy Unger: transpress Lexikon Numismatik, Berlin 1976 Aus der kurzen Zeit der englischen Republik stammen die Cromwelltaler, die auf der Rückseite auch das Andreaskreuz der Republik Schottland zeigen.



Das Andreaskreuz kommt auch als Münzmeisterzeichen vor. Zum Beispiel tragen Münzen der sächsischen Münzstätten Schneeberg und Zwickau das Münzmeisterzeichen Andreaskreuz. Das sind die Münzmeisterzeichen der Münzmeister Andreas und Sebastian Funke von 1501 bis 1535. In der Zwickauer Münze wurde das Andreaskreuz als Münzmeisterzeichen von Sebastian Funke nur von 1530 bis 1533 verwendet.



Verkehrszeichen

{{Staatslastig|DE}}



Das Andreaskreuz wird als Verkehrszeichen oder als Symbol auf Verkehrszeichen verwendet und zwar:

    * als Warnkreuz beziehungsweise Vorschriftzeichen (Zeichen 201 der StVO) unmittelbar vor Bahnübergängen mit der Bedeutung „Dem Schienenverkehr Vorrang gewähren“,

    * als Symbol auf dem Haltverbotszeichen (Zeichen 283 der StVO) mit der Bedeutung (absolutes) „Haltverbot auf der Fahrbahn“ 30px

    * als Symbol auf dem Gefahrzeichen (Zeichen 102 der StVO) mit der Bedeutung: „Kreuzung oder Einmündung mit Vorfahrt von rechts“ 30px





Zeichen 201-50 – Andreaskreuz - Dem Schienenverkehr Vorrang gewähren! StVO 1992.svg|Zeichen 201-50 der StVO (ohne elektrische Oberleitung)

Zeichen 201 - Andreaskreuz (liegend), StVO 1970.svg|Zeichen 201-52 der StVO in der liegenden Version

Andreaskreuz mit Blinklicht für unbeschrankte oder halbbeschrankte Bahnübergänge - BO 1961.svg|Westdeutsches Andreaskreuz mit Blinklicht für unbeschrankte oder halbbeschrankte Bahnübergänge

Bild 130 V 1 - Warnkreuz am Bahnübergang, StVO DDR 1977.svg|Bild 130 V 1: Ostdeutsches Warnkreuz mit Blinklicht am Bahnübergang





Das normale Andreaskreuz besteht aus zwei gekreuzten weißen Balken mit roten Enden. Ein Blitzpfeil in der Mitte zeigt an, dass die Bahnstrecke eine elektrische Oberleitung besitzt. Ggf. zeigt ein Zusatzzeichen mit einem schwarzen Pfeil an, dass das Andreaskreuz nur für den Straßenverkehr in Richtung dieses Pfeils gilt. In Hafen- und Industriegebieten kann ein Zusatzschild mit der Aufschrift „Hafengebiet, Schienenfahrzeuge haben Vorrang“ oder „Industriegebiet, Schienenfahrzeuge haben Vorrang“ angebracht sein.

Vor mehrgleisigen Bahnübergängen stehen zwei Andreaskreuze übereinander.



An Bahnübergängen mit Andreaskreuz haben Schienenfahrzeuge Vorrang; der Straßenverkehr darf sich dem Bahnübergang nur mit mäßiger Geschwindigkeit nähern. Straßenfahrzeuge müssen vor dem Andreaskreuz warten, wenn

    * sich ein Schienenfahrzeug nähert,

    * rotes Blinklicht oder gelbe oder rote Lichtzeichen gegeben werden,

    * die Schranken sich senken oder geschlossen sind,

    * ein Bahnbediensteter Halt gebietet oder

    * ein hörbares Signal, wie ein Pfeifsignal des herannahenden Zuges, ertönt.

Bis zu 10 m vor dem Andreaskreuz ist das Halten unzulässig, wenn es dadurch verdeckt wird. Vor und hinter dem Andreaskreuz ist innerhalb geschlossener Ortschaften bis zu je 5 m, außerhalb geschlossener Ortschaften bis zu je 50 m das Parken unzulässig.



Es gibt demnach aktuell in Deutschland folgende Varianten:

    * Zeichen 201-50: 1 Andreaskreuz aufrecht ohne Blitz

    * Zeichen 201-52: 1 Andreaskreuz liegend ohne Blitz

    * Zeichen 201-51: 1 Andreaskreuz aufrecht mit Blitz

    * Zeichen 201-53: 1 Andreaskreuz liegend mit Blitz



Zudem sind auf dem Boden der ehemaligen DDR bzw. der Bonner Republik noch zwei unterschiedliche Blinksysteme aus der Zeit vor 1990 im Einsatz.



Wegzeichen

Das Andreaskreuz als hÀufiges Wegzeichen zur Markierung von Wanderwegen<br />Das Andreaskreuz wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts deutschlandweit als Wegzeichen bei der Markierung von überregionalen Wanderwegen und Hauptwanderstrecken verwendet. Erdacht hat dieses Symbol zur Markierung von Wanderwegen der Hagener Ingenieur Robert Kolb.





BDSM-Szene

mini|hochkant|Andreaskreuz in der BDSM-Szene

In der BDSM-Szene wird es im Rahmen von Bondage- und SM-Praktiken verwendet.



Das bis zu ca. 2,40 m hohe Kreuz wird aus Holz oder Metall gefertigt und hat an den Balkenenden Ösen oder Haken zur Fixierung von Armen und Beinen mittels Seilen, Ketten, Handschellen oder Ähnlichem. Die Konstruktionen sind teilweise zwecks leichteren Transports oder Platzersparnis zerlegbar, häufig sind sie auch mit Leder oder Kunstleder gepolstert. Andreaskreuze werden im BDSM-Bereich häufig an Wänden befestigt, es existieren aber auch Ausführungen, die frei im Raum aufgestellt werden können.



Siehe auch

    * X (Begriffsklärung)

    * Kreuzchen, das Schriftzeichen



Weblinks

{{Commonscat|Saltires|Andreaskreuz (Saltire)}}

    * {{Webarchiv | url=http://www.fotw.us/flags/es_brgdy.html | wayback=20091208125652 | text=Burgundy Cross Flag 1506-1785 (Spain)}} Das Burgundische Andreaskreuz (englisch)

    * [http://www.sicherestrassen.de/VKZKatalog/Kat201.htm Das Andreaskreuz als Verkehrszeichen]



Einzelnachweise

[[References]]


Kategorie:Christliches Symbol

Kategorie:Kreuzigung

Kategorie:Andreas (Apostel)

Kategorie:Bauteil (Fachwerk)

Kategorie:Verkehrszeichen

Kategorie:Kreuz (Heraldik)

Kategorie:Bondage